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Die Armutsforen - Eine Dokumentation

Erschienen im Winter 09/10

Jeder sechste Niedersachse gilt als arm, darunter fast eine viertel Million Kinder. Immer mehr Alleinerziehende rutschen in Armut, denn Kinder erhöhen das Armutsrisiko. Fakten, die das Leben vieler Niedersachsen bestimmen – und zwar bereits vor der aktuellen Krise, deren Folgen im Moment überhaupt noch nicht bezifferbar sind.

In dieser Broschüre dokumentieren wir die Ergebnisse unserer Armutsforen in vier niedersächsischen Städten - wie sieht Armut aus, und was lässt sich dagegen tun?


Weitere Broschüren der Linksfraktion im Nds. Landtag







DIE LINKE bekräftigt ihre Forderung nach kostenlosen Verhütungsmitteln für Arme

Abtreibung wird bezahlt, Verhütungsmittel jedoch nicht 

31. August 2010
Hannover. DIE LINKE im Landtag hat ihre Forderung nach kostenlosen
Verhütungsmitteln für Bedürftige erneuert. Der Antrag wurde kürzlich im
Sozialausschuss von CDU und FDP abgelehnt, wird aber bei der nächsten
Sitzung des Landtags noch einmal beraten. Der sozialpolitische Sprecher der
Linksfraktion, Patrick Humke-Focks, sagte dazu: "In der Ausschuss-Beratung
ist deutlich geworden, dass die Zahl der Schwangerschaften zunimmt, die
zustande kommen, weil die Betroffenen unter einem chronischen Geldmangel
leiden. CDU und FDP streiten dies nicht ab, unternehmen allerdings auch
nichts."

Die Abgeordneten hatten sich in der Sozialausschuss-Sitzung als Beispiele
die Städte Flensburg und Berlin angeschaut, wo die Kosten für
Verhütungsmittel für Arme bereits übernommen werden. "CDU und FDP haben
jedoch schlicht auf die voraussichtlich steigenden Regelsätze für Hartz
IV-Empfänger und auf die Selbstverantwortung der Bürger verwiesen", so
Humke-Focks. Die Verbände der Freien Wohlfahrtspflege hatten ebenfalls auf
das Problem hingewiesen. Humke-Focks will nächste Woche in der
abschließenden Landtagsdebatte noch einmal für den Antrag der Linksfraktion
werben. "Alle Abgeordneten sollten sich dabei gut überlegen, wie zynisch es
ist, dass Bedürftige Verhütungsmittel nicht von der gesetzlichen
Krankenversicherung finanziert bekommen, eine Abtreibung dagegen schon",
betonte Humke-Focks.



Kommunalpolitische Konferenz

für Details bitte Bild anklicken


Besuch im Landtag oder… Demokratie lernen!

Besuch der Klasse 09H der KGS Bad Lauterberg am 18. August 2010 im Landtag

 

Zu einem Besuch des niedersächsischen Landtages in Hannover startete in der letzten Woche die Klasse 10H1 der Kooperativen Gesamtschule in Bad Lauterberg mit ihrer Klassenlehrerin Marlies Heinekamp.

Der Besuch war im Rahmen des Politikunterrichts vorbereitet worden: die Stellung des Landtages und die Aufgaben seiner Abgeordneten, die Zusammensetzung der Landesregierung, Ausschuss- und Plenarsitzungen, Lobbyarbeit von verschiedenen Interessensvertretungen, Verfahrensfragen – alles Bereiche, die nun nicht nur theoretisch, sondern auch durch die direkte Begegnung kennen gelernt werden sollten.

Nach einem informativen Film über die Arbeit des Landtages ging es auf die Zuschauertribüne, und dank vorher verteilter Sitzpläne konnten die Schüler die jeweiligen Abgeordneten zuordnen und deren Redebeiträge verfolgen.

Richtig spannend wurde es, als von der Opposition ein Antrag gestellt wurde, eine erneute Debatte bezüglich der „Putenmast-Affaire“ der Landwirtschaftsministerin A. Grotelüschen aufzunehmen! Der Schlagabtausch zwischen Regierungs- und Oppositionsfraktionen – teilweise emotional aufgeladen – war für die Schüler ein gutes Beispiel praktizierter Demokratie. Das abschließende Abstimmungsverhalten spiegelte denn auch die Mehrheitsverhältnisse deutlich wider: Erfolg und Niederlage liegen direkt beieinander, müssen von den jeweiligen Seiten verarbeitet werden und dürfen einer weiteren konstruktiven Zusammenarbeit nicht im Wege stehen!

Politiker live und direkt konnten die Schüler dann in einer abschließenden Diskussionsrunde mit Abgeordneten der Heimatregion erleben. Karl-Heinz Hausmann aus Osterode (SPD), Patrick Humke-Focks aus Göttingen (Die Linke) sowie in Vertretung für Finanzminister H. Möllring ein CDU-Politiker aus Nienburg/Weser standen Rede und Antwort.

Die Politiker verdeutlichten durch ihre Lebensläufe den Stellenwert persönlichen Interesses an Politik sowie der Bereitschaft, für die Gemeinschaft eigene und parteipolitische Ansichten zu vertreten und zum Wohle aller umzusetzen.

Die Schüler konnten ihre Probleme und Fragen anbringen, und so wurde ein Bogen gespannt von Schülertransport (überfüllte Busse, Fahrtkosten für Berufsschüler) über die Schullandschaft im Landkreis Osterode (Sekundarstufe II an der KGS Bad Lauterberg) bis hin zur Frage „Neubau oder Sanierung des Plenargebäudes“. Kostenfaktoren, Zahlen, Argumente, Informationen und Hintergründe – alles wurde in dieser Runde erläutert und die Schüler erlebten Politik verständlich und „zum Anfassen“.

Bleibt zu hoffen, dass das an diesem Tage gezeigte große Interesse an Politik anhält und vielleicht sogar eines Tages in der eigenen Mitarbeit in einer politischen Organisation/Partei mündet! Vor allem die engagierte und geduldige Gesprächsbereitschaft der beiden regionalen  Abgeordneten, weit über die angesetzte Zeit hinaus, hat dazu einen wichtigen Beitrag geleistet! Der Dank der Schüler am Ende war ihnen sicher, und auf der anschließenden Rückfahrt in den Harz wurden angeregte Diskussionen fortgesetzt!

M. Heinekamp



Ministerin Özkan muss sich für die Bekämpfung multiresistenter Keime in Krankenhäusern einsetzen

Das Land soll Kürzungen bei den
Krankenhäusern zurücknehmen

25. August 2010

Hannover. DIE LINKE hat die Gesundheitsministerin aufgefordert, sich für die
Bekämpfung multiresistenter Keime in Krankenhäusern einzusetzen und ihr
angekündigtes Vorhaben aufzugeben, bei den Krankenhausinvestitionen zu
kürzen. "Nach drei toten und mehreren erkrankten Babys in Mainz ist das
Thema jetzt in der Öffentlichkeit und die Politiker zeigen sich überrascht,
obwohl in Fachkreisen seit langem bekannt ist, dass sich Deutschland
jährlich bis zu 800.000 Menschen in Krankenhäusern mit Keimen infizieren",
sagte Patrick Humke-Focks, gesundheitspolitischer Sprecher der Fraktion. Er
erinnerte daran, dass DIE LINKE einen praktikablen Antrag in den Bundestag
eingebracht hatte, der von Schwarz-Gelb abgelehnt wurde. In dem Antrag
fordern die LINKEN unter anderem die Einführung einer Meldepflicht für
gefährliche multiresistente Keime. "Frau Özkan könnte in Niedersachsen
Vorreiter für andere Länder werden, wenn sie sich bei der Verbesserung der
Hygienebedingungen an diesem Antrag orientiert", so Humke-Focks.


Viel könne aber auch schon durch die Einhaltung der bereits vorhandenen
Hygienevorschriften erreicht werden. Allerdings sei in vielen Krankenhäusern
nicht gewährleistet, dass auch die Reinigungskräfte entsprechend geschult
werden. Jedoch sei das Personal in den Krankenhäusern oftmals überlastet.
"Die Arbeitsbelastung ist stark gestiegen; das Pflegepersonal klagt seit
langem über Dauerstress und Überforderung", so Humke-Focks. An diesen
Zuständen habe die Landesregierung ihren Teil beigetragen, indem sie ihren
Verpflichtungen bei der Krankenhausfinanzierung nicht nachkam. Der
Investitionsstau in Niedersachsen habe bereits vor zwei Jahren mehr als eine
Milliarde Euro betragen. "Jetzt hat die Landesregierung angekündigt,
ausgerechnet in diesem Bereich noch mehr zu sparen", kritisierte
Humke-Focks. Die Krankenhäuser hätten kaum eine Möglichkeit, die fehlende
Finanzierung zu kompensieren. Die Folge seien wieder einmal Einsparungen
beim Personal.



DIE LINKE: Sozialministerin Özkan soll sich für eine angemessene Regelsatzerhöhung für Hartz-IV-Kinder einsetzen

Chipkarte ist unzureichende Alibiaktion

13. August 2010

Hannover. DIE LINKE im Landtag hat Niedersachsens Sozialministerin Aygül Özkan dafür kritisiert, dass sie die von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen angestrebte Einführung einer Bildungs-Chipkarte für Hartz-IV- Kinder befürwortet. „Özkan handelt im vorauseilenden Gehorsam. Weder sie noch von der Leyen wollen höhere Regelsätze, obwohl das Bundesverfassungsgericht eine Neuberechnung der Regelsätze moniert hatte. Stattdessen zaubern sie als Alibiaktion eine Chipkarte aus dem Hut, die die Teilhabe von Hartz-IV-Kindern in einem äußerst bescheidenen Rahmen vortäuschen soll“, sagte Patrick Humke-Focks, der sozialpolitische Sprecher der Fraktion.

Dabei hätten die Karlsruher Verfassungsrichter vorgegeben, der Gesetzgeber solle den tatsächlichen Bedarf von Kindern in den einzelnen Altersklassen ermitteln. „Das Problem der Regierungen in Bund und Land besteht darin, dass der Bedarf für eine angemessene Teilhabe der Kinder deutlich höher liegt als bei 200 oder 300 Euro im Jahr“, so Humke-Focks. Richtig sei Özkans Feststellung, dass die Teilnahme in Vereinen wünschenswert ist. „Dies ist aber noch keine Antwort darauf, was Kinder tatsächlich brauchen, um aus der Armut auszubrechen“, betonte Humke-Focks. Er forderte die Ministerin auf, sich für eine tatsächliche Messung des Bedarfs und eine daraus resultierende Regelsatzerhöhung einzusetzen. „Nur so können wir helfen, dass sich Armut nicht zwangsläufig reproduziert“, mahnte Humke-Focks.

Außerdem sprach sich der Sozialexperte erneut dafür aus, von Gutscheinen oder Chipkarten abzusehen und stattdessen bei der Auszahlung einer Mindestsicherung zu bleiben. „Alles andere ist teure Bürokratie und ein diffamierender Generalverdacht gegen Eltern mit Hartz-IV-Bezug. Die meisten Eltern kümmern sich engagiert um ihre Kinder. Um die medial gut inszenierten Gegenbeispiele müssen sich ohnehin die Jugendbehörden kümmern.“



DIE LINKE zum Verbot der Anti-Nazidemo des DGB in Bad Nenndorf: Urteil diskreditiert zivilgesellschaftlichen Widerstand!

13. August 2010

Hannover. Das Verbot der DGB-Demonstration gegen den geplanten Naziaufmarsch in Bad Nenndorf durch das Verwaltungsgericht Hannover hat bei der Fraktion DIE LINKE im Landtag für Empörung gesorgt. „Sollte dieses Urteil Bestand haben, wäre das ein verheerendes Signal. Damit würde zivilgesellschaftlicher Widerstand gegen Neonazis diskreditiert“, sagte die innenpolitische Sprecherin der Fraktion, Pia Zimmermann. Sie hofft, dass dieses Urteil in der nächsten Instanz aufgehoben wird. Zimmermann kritisierte außerdem das Ordnungsamt Bad Nenndorf und die Polizei: „Die Behörden haben eine nicht beherrschbare Gefahrenlage prognostiziert. Mir ist jedoch schleierhaft, auf welcher Grundlage sie das getan haben“, sagte Zimmermann.


Zum Suizid eines Häftlings in der Justizvollzugsanstalt Rosdorf

erklärte das stellvertretende Mitglied des Unterausschusses „Justizvollzug und Straffälligenhilfe“ der Fraktion DIE LINKE im Landtag, Pia Zimmermann:

Hannover, 9. August 2010

„Ich erwarte, dass das Justizministerium in der kommenden Sitzung des Unterausschusses einen  umfassenden Bericht über den gesamten Vorgang vorlegt. Insbesondere ist die Frage zu klären, ob es zu tätlichen Übergriffen durch Vollzugsbeamte auf den 36-jährigen Häftling gekommen ist, und ob sich der Vorwurf bestätigt, dass ihm ärztliche Hilfe verwehrt worden ist. Sollte sich das bestätigen, muss es personellen Konsequenzen in der Haftanstalt geben.“


 

DIE LINKE kritisiert von der Leyens Hartz-IV–Vorschläge: Änderungen reichen nicht aus

Regelsätze müssen Teilhabe am gesellschaftlichen Leben sichern

2. August 2010
Hannover.
DIE LINKE im Landtag hat die Vorschläge der Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen zur Änderung der Hartz-IV-Regelsätze kritisiert. Der Sozialexperte der Fraktion, Patrick Humke-Focks, sagte, die Ministerin wolle die bestehenden Regelsätze kaum antasten; die Teilhabe an der Kultur und am sozialen Leben bleibe Hartz-VI-Empfängern weiterhin versperrt.

„Die Regelsätze für Erwachsene sollen nur marginal angehoben werden; das ist ein Tropfen auf den heißen Stein“, so Humke-Focks. Dass die Regelsätze für Kinder überhaupt nicht erhöht und stattdessen ein Gutscheinsystem eingeführt werden soll, nannte er einen sozialpolitischen Skandal. „Man unterstellt den Eltern offenbar, das Geld nicht für ihre Kinder, sondern für Schnaps und Zigaretten auszugeben. Durch die Gutscheine werden sie nicht nur als verantwortungslos gebrandmarkt, sondern auch des Rechts beraubt, selbst zu entscheiden, wie sie ihre Kinder erziehen wollen“.

Von der Landesregierung forderte Humke-Focks, sich in Berlin für eine stärkere Erhöhung der Regelsätze und für den Verzicht auf das Gutscheinsystem einzusetzen. „Die Schonzeit für die Sozialministerin Aygül Özkan ist vorbei. Statt weiter mit wenig durchdachten Initiativen in die Öffentlichkeit zu gehen, sollte sie endlich ihren Aufgaben gerecht werden – also Armut bekämpfen und das Menschenrecht auf Teilhabe am gesellschaftlichen Leben sichern“.



DIE LINKE fordert nach den Vorfällen auf der Insel Ameland mehr Geld für die Aus- und Fortbildung von Jugendleitern

22. Juli 2010

Hannover. Angesichts der Vorfälle in einem Ferienlager auf der Insel Ameland hat DIE LINKE im Landtag die Landesregierung dafür kritisiert, die Ausbildung von Jugendleitern immer weniger zu unterstützen. Der sozialpolitische Sprecher der Fraktion, Patrick Humke-Focks, verwies darauf, dass im Jahr 2008 für die Aus- und Fortbildung von Jugendleitern noch 225.000 Euro im Etat des Sozialministeriums zur Verfügung standen, in diesem Jahr sind es nur noch 140.000 Euro. „Die Vorgänge auf Ameland zeigen, dass wir gut ausgebildete Jugendleiter brauchen. Das ist zwar keine Garantie dafür, dass solche Vorfälle verhindert werden können, aber die Wahrscheinlichkeit steigt. Der Sparkurs der Landesregierung ist jedenfalls kontraproduktiv“, sagte Humke-Focks. Die Landesregierung habe während der Haushaltsberatungen noch nicht einmal dem Antrag der Linksfraktion zugestimmt, 20.000 Euro mehr in den Haushalt dieses Jahres einzustellen. Angesichts der bevorstehenden Haushaltsklausur der Landesregierung warnte Humke-Focks vor weiteren Sparmaßnahmen. „Die Folgen können schlimm sein. Das haben die jetzigen Vorfälle gezeigt. Wir müssen dafür sorgen, dass wir gut ausgebildete Jugendleiter haben“, betonte der Sozialpolitiker.


 

Fahrplanänderung auf dem Leineberg so nicht tragbar

Göttingen, 19. Juli 2010

Der Bauausschuss der Stadt Göttingen hat diese Fahrplanänderung auch mit den Stimmen der GöLINKEN beschlossen. Im Ausschuss hat die Verwaltung nicht angesprochen, dass dadurch der Schulweg für die Schülerinnen und Schüler der Leinebergschule unsicherer und gefährlicher wird, weil die Schule nicht mehr direkt angefahren werden soll. Es ist nur erwähnt worden, dass „einige Anwohner“ einen etwas weiteren Weg zur nächsten Haltestelle hätten.

 „Es kann nicht sein, dass man Grundschulkinder zu Fuß über stark befahrende Straßen schickt, damit die Mitarbeiter der Asklepios-Klinik direkt bis vor die Haustüre gefahren werden können“, kritisierte Patrick Humke-Focks, Fraktionsvorsitzender der LINKEN im Rat der Stadt Göttingen.

 Der Ansatz, durch weitere Firmen-Abos zusätzliches Geld in die leeren Kassen zu spülen, sei zwar richtig, jedoch dürfe dies nicht zu Lasten der Sicherheit von Schulkindern gehen.

 „Vielleicht lässt sich ein Kompromiss finden, in dem der jetzige Fahrplan beibehalten und um einige Haltstellen zur Asklepius-Klinik erweitert wird“, so Humke-Focks. Das sei auch im Interesse der Patienten und deren Angehörigen. Das Thema müsse im nächsten Bauausschuss noch einmal auf die Tagesordnung gesetzt werden, damit eine für alle Seiten tragbare Lösung gefunden werden könne.



Privatisierung von Krankenhäusern

7. Juli 2010

Der Deutsche Landkreistag hat heute vor der Privatisierung von Krankenhäusern gewarnt. Patrick Humke-Focks, der sozial- und gesundheitspolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE, erklärte dazu:

„Diese Warnung können wir nur unterstreichen: Die flächendeckende Versorgung mit Krankenhäusern ist eine Aufgabe des Gemeinwesens und gehört nicht in die Hände von gewinnorientierten Unternehmen. In Niedersachsen hat bereits die erste große Privatisierungswelle gezeigt, wie sehr für die privaten Investoren nicht die Frage von Bedarf und Versorgung, sondern die Rentabilität der Einrichtungen im Mittelpunkt steht. Durch die Ausrichtung auf Rendite sinkt die Qualität der Versorgung, da besonders beim Personal stark gespart wird –  immer weniger Mitarbeiter müssen immer mehr leisten, was ein Risiko für die Patienten ist. Wir dürfen keinesfalls weiter privatisieren, wir müssen langfristig sogar die bereits privatisierten Krankenhäuser rekommunalisieren.“



McAllister muss seinen Abschiebeminister abschieben

6. Juli 2010

Hannover. DIE LINKE im Landtag hat Niedersachsens neuen Ministerpräsidenten David McAllister aufgefordert, seinen Abschiebeminister Uwe Schünemann auf einen Posten abzuschieben, auf dem er keinen Schaden mehr anrichten kann. Die Ereignisse in Rotenburg und Langenhagen zeigten, wie unmenschlich die Abschiebepraxis in Niedersachsen sei. In Rotenburg sollen zwei chronisch kranke Roma, die sich im Kirchenasyl befinden, nach Serbien abgeschoben werden; in Hannover-Langenhagen hatte sich ein Armenier offenbar aus Angst vor einer Abschiebung in der dortigen Justizvollzugsanstalt erhängt. „Herr McAllister hatte in seiner Regierungserklärung das weltoffene und integrationsfreundliche Niedersachsen gelobt. Jetzt könnte er seinen Worten Taten folgen lassen und Uwe Schünemann das Handwerk legen. Doch Herr McAllister will offenbar an Deutschlands Abschiebeminister Nr. 1 festhalten“, sagte die parlamentarische Geschäftsführerin der Fraktion DIE LINKE, Christa Reichwaldt. Sie forderte erneut ein Abschiebestopp für Roma ins Kosovo oder nach Serbien.

Reichwaldt kritisierte außerdem die Praxis der Abschiebungshaft. „Die Inhaftierten in Hannover-Langenhagen werden behandelt wie Kriminelle: Sie werden gemeinsam mit Häftlingen untergebracht. Anstatt ihnen eine würdevolle Zuflucht zu bieten, sperrt man sie ein“, so Reichwaldt. Sie verwies auf die Stadt Hamburg, die nach dem Selbstmord eines 17-Jährigen die Abschiebehaft wenigstens für Minderjährige aussetzte. „Das reicht natürlich nicht, die Abschiebehaft muss für alle, die hier in Deutschland Zuflucht suchen, abgeschafft werden“, sagte Reichwaldt.



Antwort auf Regierungserklärung von McAllister

Die Fraktionsvorsitzende der Linksfraktion im Nds. Landtag Tina Flauger antwortete folgendermaßen auf die Regierungserklärung von David McAllister, nachdem ihn die schwarz-gelbe Mehrheit zum Ministerpräsidenten und damit Nachfolger von Christain Wulff gewählt hatte:

Antwort auf Regierungserklärung



Rot-Grün wollte gar nicht die Stimmen der Linken

Parteien-Experte auf heute.de über den Streit im linken Lager:


http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/21/0,3672,8086165,00.html

Dazu Patrick Humke-Focks (Mitglied der Bundesversammlung): "Gegen den bisherigen Berichtsmainstream einmal eine interessante Einschätzung der Präsidentenwahl, die ich voll mittragen kann!"



Legenden von SPD und Grünen nach der Bundespräsidentenwahl

Aus Newsletter Rote Reporter 02. Juli 2010Nr. 2:

Christian Wulff ist im dritten Wahlgang von der Bundesversammlung mit absoluter Mehrheit ohne eine Stimme der Linken zum Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland gewählt worden. SPD und Grüne werfen der LINKEN vor, an ihren fehlenden Stimmen sei die Wahl von Joachim Gauck gescheitert. Obwohl diese Vorwürfe haltlos sind, bestimmen sie die Berichterstattung und Kommentare in den Medien.

Tatsache ist: Im zweiten und im dritten Wahlgang erhielt der Kandidat von Union und FDP mehr Stimmen als Joachim Gauck, auch wenn die LINKEN geschlossen für den Kandidaten von SPD und Grünen votiert hätten. Im ersten Wahlgang war es das gute Recht der Delegierten der LINKEN auf der Bundesversammlung, ihre Kandidatin, Lukrezia Jochimsen, zu wählen. Sie erhielt zwei Stimmen mehr von Delegierten anderer Parteien.

Nun stricken SPD und Grüne nachträglich an der Legende, an der LINKEN sei ein Sieg über die schwarz-gelbe Koalition gescheitert. Sie fragen sich aber nicht, weshalb sie nicht vor der Nominierung ihres Kandidaten das Gespräch mit der LINKEN gesucht haben, um sich auf einen gemeinsamen Kandidaten oder eine gemeinsame Kandidatin zu verständigen, was möglich gewesen wäre. Gregor Gysi hat auf der Pressekonferenz vor dem 3. Wahlgang erklärt: "So geht man nicht mit der LINKEN um, wenn es ein ernsthaftes Interesse der beiden Parteien für einen gemeinsamen Kandidaten oder eine gemeinsame Kandidatin gegeben hätte. Diesen Umgang muss und wird sich DIE LINKE auch in Zukunft nicht bieten lassen."

SPD und Grüne haben parteitaktisch gespielt, um Union, FDP und LINKE zu treffen. Sie haben in der jüngsten Vergangenheit deutlich gemacht, dass ihr Interesse an einer Zusammenarbeit mit der LINKEN begrenzt ist. An ihnen scheiterten rot-rote bzw. rot-rot-grüne Landesregierungen in Hessen, in Thüringen, im Saarland und in Nordrhein-Westfalen. Union und FDP stehen ihnen näher als DIE LINKE.

Entscheidend dafür, dass DIE LINKE den Kandidaten Joachim Gauck nicht als gemeinsamen Kandidaten der drei Oppositionsparteien im Deutschen Bundestag unterstützen konnte, sind tiefgreifende Meinungsunterschiede: Joachim Gauck befürwortet den völkerrechtswidrigen Krieg gegen Jugoslawien. Er befürwortet ebenso den Kriegseinsatz der Bundeswehr in Afghanistan. Er rechtfertigt Hartz IV und spricht verächtlich von einem „Fürsorgestaat“, leugnet den untrennbaren Zusammenhang von sozialen und demokratischen Freiheitsrechten und setzt den Faschismus mit der DDR-Diktatur fast gleich.

Aus diesen Gründen war der Kandidat von SPD und Grünen, der mehr gemeinsame Schnittmengen mit Union und FDP aufweist, für DIE LINKE nicht wählbar. DIE LINKE erwartet von einem Bundespräsidenten, dass er für Frieden, für den Zusammenhang von sozialen und demokratischen Grundrechten und die Singularität und Nichtvergleichbarkeit der Nazi-Diktatur eintritt.



Interview mit der „Neuen Presse“ (NP) zur Wahl der BundespräsidentIn


22. Juni 2010

Die vollständige Beantwortung der Fragen finden Sie hier:

Patrick Humke-Focks, MdL (DIE LINKE., Mitglied der Bundesversammlung)

1. Wulff, Gauck oder Jochimsen – und warum?

Ganz klar Jochimsen! Lukrezia Jochimsen ist eine Kandidatin, die klare Positionen unter anderem in friedenspolitischen Fragen wie für den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan vertritt, in sozialen Fragen an der Seite der Menschen steht, die Opfer des seit Jahren stattfindenden Sozialabbaus geworden sind oder auch in Fragen der Gleichberechtigung der Geschlechter und der Stärkung der öffentlich – rechtlichen Medien progressive Positionen vertritt, was sie nicht nur in den über 40 Jahren ihrer journalistischen Tätigkeit in Funk und Fernsehen bewiesen hat.

Zudem steht sie wie kein anderer der Kandidaten für ein Zusammenwachsen von Ost- und Westdeutschland ein, das die unterschiedlichen Biografien der Menschen berücksichtigt OHNE auszugrenzen.

Die beiden anderen Kandidaten hingegen befürworten unter anderem Auslandseinsätze der Bundeswehr, die Hartz IV-Gesetzgebung, achten nicht die unterschiedlichen Biografien in Ost und West und grenzen damit Menschen anhand ihrer sozialen Situation aus und diskriminieren Menschen aufgrund ihrer Biografien in beiden ehemaligen Teilen Deutschlands. Zudem hat sich Herr Wulff als extrem gewerkschaftsfeindlich erwiesen – ich erinnere in diesem Zusammenhang an die Auseinandersetzung mit der Tätigkeit des GEW-Vorsitzenden Brand. Wulff und Gauck sind die Kandidaten, die für Ausgrenzung von Teilen der Bevölkerung stehen.

 

2. Hätten Sie sich einen gemeinsamen Kandidaten von Regierung und Opposition gewünscht?

Ja! Es hat auch von Seiten der LINKEN eine Kontaktaufnahme zu SPD und GRÜNEN vor ihrer Nominierung Gaucks gegeben. Zu meinem Bedauern wurde das Ansinnen meiner Partei dabei abgelehnt, dabei hätte es durch das Zusammenwirken durchaus Chancen, einen prominenten Gegenkandidaten zu einer Person wie Wulff zu finden gegeben. Nach kurzem Überlegen wäre aus meiner Sicht der Wittenberger Theologe und Pfarrer Friedrich Schorlemmer eine Person gewesen, über die man hätte nachdenken können. Sein Wirken, seine Biografie und sein Engagement wären ein positives Zeichen nach 20 Jahren des Beitritts der DDR in die Bundesrepublik Deutschland gewesen. SPD und GRÜNE haben meines Erachtens hier ein große Chance vertan!

 

3. Ist Schwarz-Gelb am Ende, wenn Wulff nicht gewählt wird?

Sowohl die Bundesregierung als auch die niedersächsische Landesregierung wären am Ende, wenn Wulff nicht gewählt werden würde. Schon jetzt befinden sich die Parteien in Umfrageabgründen. Wenn der Kandidat der amtierenden Bundeskanzlerin durchfiele und Wulff als Ministerpräsident nach Hannover zurück käme, obwohl er sein Mandat als Abgeordneter zurückgegeben hat, um prioritär als Bundespräsident wirken zu können - es wäre der Bevölkerung zu Recht einfach nicht zu vermitteln, warum eine Regierung im Amt bliebe, die die Unterstützung der Wählerinnen und Wähler verloren habe. Die Zeichen stehen auf einen Politikwechsel, der allerdings nicht ohne uns stattfinden kann.

 

4. Was muss der künftige Bundespräsident besser machen als Horst Köhler?

Er muss sich gerade an die Seite derjenigen stellen, denen es nicht so gut in dieser Gesellschaft geht und Zeichen setzen für eine solidarische Gesellschaft, in der das Grundgesetz geachtet wird, der Wohlstand von oben nach unten verteilt wird und in der das Wort Frieden mehr bedeutet als Auslands- und Kampfeinsätze der Bundeswehr im Ausland.

Hier hat die künftige PräsidentIn eine hohe Verantwortung aber auch die große Chance, es anders als Köhler zu machen, der sich einfach beleidigt in den Ruhestand bei vollen Bezügen verabschiedet hat.

 

5. Was halten Sie von der Direktwahl des Präsidenten?

Sowohl DIE LINKE. als auch ich persönlich stehen für mehr direkte Demokratie auf allen Ebenen in dieser Gesellschaft. Dazu gehört auch die Direktwahl der BundespräsidentIn. Die öffentliche Debatte um die jetzige BundespräsidentInnenwahl  zeigt sehr deutlich das Interesse der Menschen an der Besetzung des höchsten Amtes in unserer Republik und unterstützt damit unsere Auffassung für eine Direktwahl. Zudem erhält ein direkt gewählter Präsident oder eine direkt gewählte Präsidentin mehr Akzeptanz in der Gesamtbevölkerung.



DIE LINKE-Delegierte aus Niedersachsen werden Bundespräsidentschaftskandidat Gauck nicht wählen

DIE LINKE in Niedersachsen wird bei der Bundesversammlung am 30. Juni durch die Landesvorsitzende Giesela Brandes-Steggewentz sowie durch die drei Landtagsabgeordneten Victor Perli, Ursula Weisser-Roelle und Patrick Humke-Focks vertreten. Die vier Delegierten erklärten dazu:

21. Juni 2010

„Bundespräsidentschaftskandidat Joachim Gauck ist nicht wählbar, weil er Positionen vertritt, die wir nicht teilen. Er war für den Irakkrieg und ist für den Afghanistankrieg. Und er lehnt die Einheit von politischer Freiheit und sozialer Gerechtigkeit ab: Von Herrn Gauck haben wir kein kritisches Wort zu unwürdigen Niedriglöhnen, zur Rentenkürzung und der überfälligen Angleichung der Ost-Renten an das Westniveau gehört. Er hat ein unkritisches Verhältnis zum Kapitalismus und kann nicht verstehen, dass viele Menschen Angst vor entfesselten Finanzmärkten und Arbeitslosigkeit haben. Joachim Gauck ist ein Mann der Vergangenheit, der keine Antworten auf die drängenden Probleme der Menschen hat. Es ist auch nicht so, dass Gauck ein Bürgerrechtler und Christian Wulff im Gegenteil ein Vertreter der Staatsautorität ist. In vieler Hinsicht liegen beide auf derselben Wellenlänge. Die einzige Alternative ist unsere Kandidatin Luc Jochimsen: Sie ist eine klare Kriegsgegnerin und kämpft für soziale Gerechtigkeit.“



DIE LINKE benennt Mitglieder für die Bundesversammlung

7. Juni 2010

DIE LINKE im Niedersächsischen Landtag hat heute ihre vier Vertreter für die Bundesversammlung am 30. Juni benannt. Teilnehmen werden:

Ursula Weisser-Roelle (MdL)

Patrick Humke-Focks (MdL)

Victor Perli (MdL)

Giesela Brandes-Steggewentz (Landesvorsitzende DIE LINKE)

Als Vertreter der Kulturschaffenden wollte die Linksfraktion eigentlich, wie schon bei der Bundesversammlung des vergangenen Jahres, den Kabarettisten Dietrich Kittner nominieren. Kittner musste seine Teilnahme aus Termingründen jedoch leider absagen.