Am Mittwochabend um 18.30 Uhr begann die Fraktion-vor-Ort-Sommertour von Patrick Humke-Focks mit einer Fahrt nach Herzberg, wo es eine lebhafte Podiumsdiskussion gegen eine Nazi-Veranstaltung in Bad Lauterberg gab, in die das Publikum zunehmend einbezogen wurde.
Es diskutierten Patrick, der Bundestagsdirektkandidat Gerd Nier, Ilyas Cangöz und Timo Rose aus dem KV Osterode, der Genosse und Rechtsextremismus-Experte Volkmar Wölk aus Sachsen sowie Moritz Dicty von der Bürgerinitiative „Bunt statt Braun“.

Zuerst wurde über einen rechtsextremen Überfall auf ein Gebäude des alevitischen Kulturvereins berichtet. Anschließend kamen die Ratssitzungen in Osterode zur Sprache. Dort unterstützt die CDU die Nazis, indem sie, wenn (seitens der LINKEN) Kritik gegen die Rechten geäußert wird, den Raum verlässt.
Um die Nazis zu bekämpfen und Widerstand aufzubauen, sollte der Kulturbereich gefördert werden. Es sollte z.B. mehr Kinos geben, auch mit nicht-kommerziellen Angeboten, um Jugendlichen Alternativen zu bieten.
Es gab schließlich noch eine Diskussion um ein NPD-Verbot, welches unter den anwesenden Genossen durchaus umstritten war. So meinte Volkmar Wölk, ein Verbot der NPD würde das Kern-Problem nicht lösen, sondern im Gegenteil davon ablenken, da die Neonazis aus dem Rampenlicht verschwänden. Die Gegenposition lautete hingegen, es könne und dürfe nicht sein, dass Opfer der Nazis diese mit ihren Steuergeldern finanzieren würden.
Volkmar Wölk sieht ein NPD-Verbot trotzdem nicht als Lösung, er befürchtet, dass es dadurch auch weniger finanzielle Unterstützung für antifaschistische Projekte gäbe.
Was er nicht beachtete und an dem Abend auch nicht zur Sprache kam: eine Naziorganisation als Partei hat eine historisch-symbolische Bedeutung, durch die sie bestimmte Leute anzieht.
Da das Thema NPD-Verbot alleine eine mehr-als-Abend-füllende Veranstaltung ist, wurde vereinbart, hierzu in naher Zukunft einmal eine weitere Diskussionsrunde durchzuführen.
[Bericht: Sabrina Vache]