DIE LINKE.
17. August 2010
Der Förderverein „Freunde des Jungen Theaters in Göttingen“ e.V. traf sich am 16.08 2010 zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung.
Im Vordergrund stand die Aufklärung der Mitglieder über die Umstände, die zur Insolvenz des Jungen Theaters geführt hatten. Zur Diskussion stand auch ein notwendiges Konzept zur Neustrukturierung von Leitungs- und Kontrollfunktionen.
Einstimmig erklärten die Mitglieder ihre Absicht sich in einer zukünftigen geänderten Betriebskonstellation für das Theater zu engagieren.
Wie der Vorstand bekannt gab, hat es im Zuge des Insolvenzverfahrens keine Austritte gegeben. In den bisherigen künstlerischen Erfolgen sehen die Mitglieder des Fördervereins ein überzeugendes Signal für Zukunft des Theaterbetriebs.
Der Vorstand der „Freunde des JT in Göttingen
Elke Bartussek - Tina Fibiger - Felix Brummer - Michael Schluff - Volkmar Kießling

Göttingen 6. August 2010
Wir, die MitarbeiterInnen des Jungen Theaters Göttingen, sind von der dramatischen Situation an unserem Theater erschüttert. Ein schwerer Betrugsfall ist dafür verantwortlich, dass das Junge Theater zahlungsunfähig ist.
In den ersten Tagen war es uns allen unmöglich zu begreifen, dass das Junge Theater, das wir gerade unter der künstlerischen Leitung von Andreas Döring erneut zu einer Rekordspielzeit geführt hatten und welches wir mit unserem neuen Spielplan 2010/2011 wiederum auf Erfolgsspur sahen, plötzlich existenziell bedroht sein sollte.
Es sieht so aus, als ob dem Jungen Theater vor allem die aus seinem Erfolg erwirtschafteten Rücklagen gestohlen wurden. Eine Situation, die uns schockiert, die uns aber nicht lähmt. Wir werden nicht zulassen, dass eine einzelne Person das Junge Theater der Stadt Göttingen wegnehmen kann und dass all unsere Arbeit der letzten Jahre zunichte gemacht wird. Wir werden für die künstlerische Kontinuität unseres Hauses kämpfen, wir wollen und werden als gewachsenes Team unsere Arbeit deshalb fortsetzen.
Das Junge Theater Göttingen ist wieder ein funktionierender und erfolgreicher Kulturbetrieb und steht für gutes und inhaltsreiches Theater. Seit dem Neubeginn vor sechs Jahren hat sich am JT eine hochmotivierte Mannschaft gebildet, die mit steigender Qualität auf und hinter der Bühne zusammenarbeitet. Unser Team leistet mehr, als man angesichts der personellen, finanziellen und technischen Möglichkeiten erwarten kann. Dies funktioniert nur, indem wir uns gegenseitig vertrauen. Dieses Vertrauen wurde nun leider von einer Einzelnen mit großer krimineller Energie enttäuscht. Natürlich darf es nach dem aktuellen Vorfall nicht einfach so weiter gehen. Dieser Veruntreuungsskandal muss strukturelle Korrekturen im Betrieb zur Folge haben. Und wir gehen davon aus, dass die entsprechenden Entscheidungsträger aus Politik und Verwaltung unsere Struktur nachhaltig ausbessern und auch Geschäftsführung und Intendanz trennen, die unter dem Druck des Neubeginns 2004 aus Kostengründen zusammengelegt wurden.
Unsere Aufgabe ist es, gutes, engagiertes, kritisches und unterhaltsames Theater für Göttingen und die Region zu machen. Der Erfolg der letzten Jahre dokumentiert, dass die vergleichsweise geringen Zuschüsse von Stadt und Landkreis effektiv eingesetzt wurden. Denn das Junge Theater Göttingen erlebt aktuell eine seiner größten Blütezeiten. Schon vor einem Jahr schrieb der Oberbürgermeister Wolfgang Meyer: „Nie zuvor hat das Junge Theater so viele und so treue BesucherInnen mit seiner Arbeit begeistern können. Das bedeutet zum einen eindrucksvolle Anerkennung für Andreas Döring und sein Ensemble, zum anderen aber auch das Ziel neuer und höherer Ansprüche.“ Eine Aussage, die uns stolz machte, und angesichts dieser gestiegenen Erwartungen auch anspornte. Und tatsächlich konnten wir ein Jahr später schon wieder einen Anstieg unserer Besucherzahl vorweisen. 31.534 Besucher in der letzten Spielzeit für unsere eigenen Produktionen! Eine Auslastung von fast 80% aller unserer Zuschauerplätze! Eine kontinuierliche Steigerung der Besucher von 200% in den letzten sechs Jahren! Und auch wenn wir Zuwächse bei allen Zuschauerschichten zu verzeichnen haben, ist es uns wichtig festzustellen, dass in der letzten Spielzeit allein 16.000 Kinder und Jugendliche in unser Theater gekommen sind. Denn wir schöpfen unsere Kraft und Lust genauso aus einer Vielzahl an Diskussionen mit Schülern, Workshops, Kinder- und Jugendgruppen, die bei uns Theater spielen, integrativen Projekten oder Aktionstagen für sozial Benachteiligte. Auch außerhalb unseres Theaters beteiligen wir uns regelmäßig an wichtigen kulturellen Ereignissen. Unser letztjähriges Festival „Wege zur Freiheit“ hat viele Menschen und Institutionen des Landkreises zusammengeführt.
Uns ist an dieser Stelle wichtig festzustellen, dass unser Intendant Andreas Döring die entscheidend prägende Figur dieses Theaters und seiner Erfolgsgeschichte ist. An seiner Integrität und fachlichen Kompetenz gibt es für uns nicht den geringsten Zweifel. Mit ihm konnte sich das JT künstlerisch so gefestigt und vielschichtig aufstellen, wie selten zuvor.
Dieses kleine, traditionsreiche Theater ist für uns mehr als ein Ort, an dem wir arbeiten. Es ist ein Ort für Begegnungen, Fragen und Visionen. Diesen Reichtum wollen wir erhalten.
Wut und Bestürzung kehren wir um in Energie, die uns antreibt. Gerade weil unser Vertrauen missbraucht wurde, bitten wir als Belegschaft darum, sich mit Respekt vor unserer Leistung und substantiell mit unserer Arbeit auseinanderzusetzen, damit eine Unterstützung für unseren Fortbestand aus Überzeugung möglich wird. Das ganze Theater arbeitet wie geplant für eine spannende Spielzeit 2010/2011.

A.L.I. Presseinformation vom 6.8.2010
Nach Angriff auf Jugendliche im Cheltenham Park und polizeilichem
Überfall auf 16-Jährigen
Am heutigen Freitag, den 6. August 2010 haben 150 Menschen in Göttingen
gegen rechte Gewalt und Repression demonstriert. Anlass war der Angriff
von Mitgliedern der Burschenschaft „Brunsviga“ auf eine Gruppe
Jugendlicher am 21. Juli 2010 im Cheltenham Park. Die Männer der
Burschenschaft hatten nach einem Wortgefecht die Jugendlichen mit
Flaschen, Faustschlägen und Tritten angegriffen.
„Der Übergriff ist eine klare Eskalation der Konflikte rund um die
Göttinger Burschenschaften,“ erklärte eine Sprecherin der A.L.I.
„Es handelte sich um einen gezielten Angriff und damit um eine
Kampfansage an all jene, die sie gegen die Ideologien der Burschschaften
wenden.“
Unmittelbar nach dem Angriff im Cheltenham Park ereignete sich in der
Nähe ein weiterer Übergriff auf einen Jugendlichen. Während die Polizei
den Park mit starken Kräften absperrte und Jagd auf alternativ
aussehende Jugendliche machte, wurde ein 16-jähriger von einem
Zivilpolizisten zu Boden geworfen, und mit Handschellen gefesselt. Erst
nachdem der Jugendliche ca. 30 Minuten auf dem Boden gelegen hatte,
wurde er auf die Wache gebracht. Dort wurden Fingerabdrücke, Lichtbilder
und ein Alkoholtest gemacht. Die Polizei leitete ein Verfahren wegen
Körperverletzung gegen den 16-jährigen ein. Anschließend setzte sie den
Jugendlichen gegen kurz nach 1 Uhr nachts auf die Straße. Dieser erfuhr
erst aus der Zeitung von den Vorwürfen.
So die Sprecherin weiter:„Einen Jugendlichen mit Gewalt auf die Wache zu
verschleppen, erkennungsdienstlich zu behandeln und anschließend, ohne
daß auch nur ein Tatvorwurf geäussert wurde, nachts auf die Straße zu
setzen ist selbst für die Göttinger Polizei ein starkes Stück. Der
Zivilpolizist, der den Jugendlichen gewaltsam zu Boden brachte und
fesselte, hielt es in seinem Jagdfieber nicht einmal für nötig, sich als
Polizist erkennen zu geben.“
Zu den weiteren Umständen der aktuellen Geschehnisse sagte die
Sprecherin weiter:„Der Vorfall reiht sich ein in das inakzeptable
Verhalten der Polizei zu anderen Anlässen wie beispielsweise der
Conny-Demo im Winter 2009, den Hausdurchsuchungen in der Roten Straße
Anfang 2010 und zuletzt dem faktischen Verbot eines Blockadetrainings
der Grünen Jugend.“
Die heutige Demonstration folgte dem Aufruf der Jugend Antifa Göttingen
(J.A.G.). Gut 150 Menschen zogen auf der, durch die Auflagen stark
verkürzten, Route. Die Polizei bedrängte die Demonstration während des
gesamten Ablaufes massiv.
„Auch diese Demonstration wurde mit Auflagen des Ordnungsamtes
überzogen, die direkt von der Göttinger Polizeiführung kamen und wurde
begleitet von einem Polizeiaufgebot, das vor allem der Einschüchterung
der Demonstranten diente,“ erklärte die Sprecherin.
Die Demonstration konnte aufgrund der Intervention der Göttinger Polizei
beim Ordnungsamt nicht an den Häusern der neofaschistischen
Burschenschaft Hannovera und der Burschenschaft Brunsviga vorbeiziehen.
Hinter dem Verhalten der Polizei sind ganz klar die politischen Motive
des Geheimdienstmannes und Polizeichefs Kruse und dessen Dienstherren,
dem Innenminister Schünemann zu erkennen.
„Allein die Tatsache, dass sich die Polizei nachdem Angriff im
Cheltenham Park nicht im mindesten für die Angreifer aus der
Burschenschaft Brunsviga interessierte und nun die Demonstration
behindert, zeigt, dass es der Polizei wie auch dem
Geheimdienstpolizeichef Kruse nur um die Einschüchterung und
Kriminalisierung unliebsamer Menschen und politischer AktivistInnen
geht,“ so die Sprecherin der A.L.I.
“All dies zeigt, dass der Kampf um die Bewegungsfreiheit in der Stadt
nötiger ist denn je,“ schloss die Sprecherin ihr Statement ab. „Wir
werden uns weder von der Polizei noch von gewaltätigen Burschen
einschüchtern lassen und den antifaschistischen Selbstschutz organisieren.“

Vom 25. Mai bis zum 14. Juni 2010 findet in Göttingen eine Bürgerbefragung zur Südspange statt. Bitte schmeißen Sie den Befragungszettel nicht weg, sondern machen mit und stimmen mit NEIN. Denn die Südspange geht uns alle an!
Um was geht es? Mit dieser neuen Straße soll eine Verbindung zwischen
der Reinhäuser Landstraße und dem Rosdorfer Ziegeleikreisel geschaffen
werden. Gegen den Bau gibt es viele Argumente:
- Mit einem Haushaltsdefizit von aktuell über 20 Millionen Euro steht
die Stadt Göttingen vor der Zahlungsunfähigkeit. Bereits jetzt wird
über Kürzungen in den Bereichen Soziales, Bildung und Kultur
diskutiert. Der Bau einer 10 Millionen Euro teuren Straße und die
Übernahme von 500.000 Euro Planungskosten sind finanzpolitisch
völlig unverantwortlich und werden zu weiteren Kürzungen führen.
- Die Südspange reduziert den Verkehr nicht, sondern verteilt ihn
lediglich um. Dies gilt auch für die Belastung mit hoch mobilem
Feinstaub, die durch Straßenneubauten überhaupt nicht in den Griff
zu bekommen ist, sondern nur durch eine Verminderung des gesamten
motorisierten Verkehrs. Die meisten Fahrten von und nach Göttingen
erfolgen in Nord-Süd-Richtung und werden durch eine Ost-West-Achse
überhaupt nicht beeinflusst. Möglichen Entlastungen für einen Teil
der Reinhäuser Landstraße stehen z.B. Mehrbelastungen im
innerstädtischen Teil des Rosdorfer Wegs und der Kiesseestraße
(dort allein ca. 3000 PKW pro Tag mehr!) entgegen.
- Die von einigen Befürwortern als Köder ausgelegte Sperrung des
Sandwegs für den motorisierten Individualverkehr wird es nicht geben,
weil sich an dieser Straße viele Sportstätten und
Erholungseinrichtungen befinden, die darauf angewiesen sind, von ihren
NutzerInnen angefahren zu werden.
- Die Südspange zerschneidet und ruiniert das beliebteste
Naherholungsgebiet der Göttinger BürgerInnen im Süden der Stadt, das
sich vom Sandweg bis zum Rosdorfer Baggersee erstreckt. Zudem wird
der Lebensraum vieler, teilweise seltener Tierarten - darunter z.B.
der streng geschützte und landesweit im Bestand gefährdete Eisvogel -
durch die weitere Erschließung der Leineaue, u.a. mit einer
vielbefahrenen Brücke, auf das Schwerste beeinträchtigt. Im "Jahr der
Artenvielfalt 2010" ist die Planung eines derartigen
Straßenbauprojekts nicht nur anachronistisch, sondern zynisch!
Aus diesen Gründen: Abstimmen und NEIN zur Südspange sagen! Ausführliche Informationen und weitere Argumente gegen die Südspange finden Sie unter
www.bi-goettinger-sueden.de.
Ein neues Filmchen zur Südspange zeigt wie welch unglaublicher Überzeugung die Befürworter der Südspange ans Werk gehen und der/die geneigte Zuschauer/in fragt sich angesichts manch vergleichbarer Exemplare dieser Spezies: ist das jetzt Realsatire?
http://www.youtube.com/watch?v=uVviNztBkQI
und ein etwas älteres Video zeigt ein Naherholungsgebit der Zukunft, wenn, ja wenn wir uns nicht ab Mai aufraffen und gegen die Südspange abstimmen:
http://www.youtube.com/watch?v=ACA44y-Gp7A&feature=related

Bilder: Stephan Knoblauch

Veranstaltung im Holbornschen Haus in der Roten Straße am 08.04.2010
Foto: Stephan Knoblauch

19. März 2010
Stine Heintze (Fraumhaus e.V.) erhält vor dem Göttinger Abgeordnetenbüro einen Scheck über 1.000 Euro von Patrick Humke-Focks.
Vorgesehen ist die Spende zur Unterstützung des Frauenhausprojektes ‚Wege aus der Gewalt’, mit dem ehemalige Frauenhausbewohnerinnen zu kultursensiblen Mittlerinnen fortgebildet werden sollen.
Hintergrund: Die Landtagsabgeordneten der Fraktion DIE LINKE. im Niedersächsischen Landtag verzichten im Gegensatz zu den Landtagsabgeordneten der anderen Fraktionen auf ihre Diätenerhöhungen und zahlen diesen Betrag in den ‚Förderverein Minna-Fasshauer e.V.’ ein. Mit diesen Mitteln fördert die LINKSFRAKTION fortschrittliche und karitative Projekte in Niedersachsen (siehe auch: http://minna-fasshauer.de/).
12. Februar 2010
Die Stadt ist pleite, wäre zum 31.3. zahlungsunfähig und nur durch den „Nothaushalt“ kann der Kämmerer neue Gelder aufnehmen.
A) Wie ist dieses große Problem aus Sicht der Fraktion der Linken (endlich) nachhaltig zu lösen?
Eine Nachhaltige Lösung kann nur funktionieren, wenn Bund und Land die Situation der allseits verschuldeten Kommunen ernst nehmen würden und sie durch das Abführen von deutlich mehr Steuermitteln wieder in die Lage versetzten, ihren grundgesetzlichen Pflichten endlich wieder nachkommen zu können. Eine Zahlungsunfähigkeit entstünde im Übrigen nicht, wenn die Landesregierung als Genehmigungsbehörde den in der vergangenen Woche beschlossenen Haushalt genehmigen würde.
B) Im Minimum müssen acht Millionen per anno eingespart werden, wo soll der Rotstift angesetzt werden?
Bei den sogenannten ‚freiwilligen Leistungen‘ kann der Rotstift auf keinen Fall angesetzt werden, da die Folgeschäden für die Stadt deutlich höher wären, wenn Institutionen und Verbände nicht mehr in der Lage wären die ihnen von der Stadt übertragenen Aufgaben erfüllen zu können – dabei ginge es im Übrigen nur um ein Volumen von etwa vier Prozent des Gesamthaushalts! Blieben also nur noch die Personalkosten und Repräsentationsmittel. Hier würde es mich natürlich interessieren wie die Bürger reagierten, wenn der Winterdienst nicht mehr gesichert wäre, Anträge noch langsamer bearbeitet würden etc. Kurz gesagt: auch hier gibt es keine großen Spielräume, die zu einer dauerhaften Einsparung von acht Millionen führen. Wir LINKE würden den Spielraum bei maximal etwa 400.000 Euro sehen und schon bei diesem Volumen wären Einschnitte für die Bürger spürbar.
C) Sollte man, der Situation angemessen, auf politische Eitelkeiten nicht verzichten? Die Zeit von klein karierten Schuldzuweisungen sollte vorbei sein – denn das versteht ohnehin kein Bürger, der demnächst wohl auf einiges verzichtet werden muss.
In diesen Zeiten darf es nicht um persönliche Eitelkeiten oder um Schuldzuweisungen gehen! Es gilt, sich zusammenzusetzen und gemeinsam Lösungswege aus der Krise zu diskutieren und sich nicht wie CDU und FDP unter fadenscheinigen Gründen aus der Runde der Fraktionsvorsitzenden und dem OB zurück zu ziehen. Gerade jetzt wäre es wichtig, zusammen zu stehen und der Landesregierung einstimmig zu signalisieren, dass die kommunalen Haushalte, wie die in Göttingen, schleunigst genehmigt werden müssen. So machen sich diese beiden Parteien zu Totengräbern unserer lebenswerten Stadt!

Foto: Stephan Knoblauch
Göttingen, 15. November 2009

Der Fraktionsvorsitzende der Göttingen LINKEN im Rat der Stadt Göttingen und LINKE Landtagsabgeordnete Patrick Humke-Focks verurteilt den gestrigen unverhältnismäßigen und brutalen Polizeieinsatz im Rahmen der gestrigen Demonstration im Gedenken an den 20 Todestag von Conny Wessmann.
„Die Übergriffe und Provokationen gingen ausschließlich von Seiten der Polizei aus. Die Demonstranten verhielten sich friedlich. Es ist darüber hinaus taktlos und unsensibel, dass die Polizei im Bereich der Todesstelle Conny Wessmanns zugeschlagen hat und das stille Gedenken der Demonstranten gestört hat", so der LINKEN Politiker Humke-Focks.
Des Weiteren könne davon ausgegangen werden, dass es die Taktik des Polizeipräsidenten Wargel war Auseinandersetzungen zu provozieren.
Anders sei es nicht zu erklären, dass im Bereich des Weender Tors die Polizei Anweisungen erhalten habe, den Demonstrationszug abzudrängen und in die Gruppen der Demonstranten hineinzuschlagen.
Es sei einzig und allein den Demonstrierenden zu verdanken, dass die Situation nicht weiter eskaliert sei. Von dem im Vorfeld der Demonstration von Seiten der Polizei angekündigten defensiven Vorgehen sei zu keinem Zeitpunkt etwas zu spüren gewesen.
"Es gilt jetzt, die umfangreichen Dokumentationen in Bild, Ton und Film die von zahlreichen Begleitern des Aufzuges gemacht wurden schnellstens auszuwerten. Ich behalte mir rechtliche Schritte gegen die Einsatzleitung und einzelne Polizisten vor, von deren brutalen Einsatz ich selbst Augenzeuge sein musste", so Patrick Humke-Focks.
Humke-Focks bedaure, dass die Verwaltungsspitze der Stadt Göttingen mit OB Meyer, Jugenddezernent Hecke und dem Leiter des Ordnungsamtes Kuhlmann nicht eingemischt habe, als sie Augenzeugen der Übergriffe der Polizei werden konnten.
Positiv sei festzuhalten, dass es für die Demonstranten möglich gewesen sei, eine friedliche unangemeldete Demonstration durchzuführen und sich mit knapp 2000 Teilnehmern so viele Menschen an diesem Aufzug beteiligt haben, wovon mindestens dreiviertel aus Göttingen gekommen seien.
Dieser Erfolg der Demonstranten macht Mut für die Aktivitäten am kommenden Dienstag, den 17. November 2009 in Göttingen und ich rufe die Bürgerinnen und Bürger auf, sich an diesen Aktionen zu beteiligen und sich nicht von einem martialischem Polizeiaufgebt à la Wargel und Schünemann abschrecken zu lassen", so Patrick Humke-Focks.
Pressemitteilung der Antifaschistischen Linken International
13.11.2009 | Freitag | Göttingen | Solikonzert mit Brigada Flores Magón u.a. |
JuZi | Bürgerstr. 41 | A.L.I. und Fire&Flames
14.11.2009 | Samstag | Demonstration „Kein Vergeben! Kein Vergessen! |
Markt/Gänseliesel | 15 Uhr
17.11.2009 | Dienstag | Göttingen | Ausstellung „Wandgemälde, Plakate,
Streetart - Antifaschistische Geschichte sichtbar machen“ | Alte Mensa |
Wilhelmsplatz | 18 Uhr
17.11.2009 | Dienstag | Göttingen | Veranstaltung zum 20. Todestag der
Antifaschistin Conny mit Zeitbeteiligten: Bernd Langer (Autonome Antifa M),
Christa Schwalbe und Karin Kuckuk (BürgerInnen gegen Rechtsextremismus
und Gewalt), Norbert Hasselmann (Kreistagsabgeordneter Bündnis90/Grüne),
Patrick Humke-Focks (Landtagsabgeordnter Die Linke) | Alte Mensa |
Wilhelmsplatz | 19 Uhr
17.11.2009 | Dienstag | Göttingen | Gemeinsamer Gang zur Todesstelle | nach
der Veranstaltung ab 21:30 Uhr
Zu den Veranstaltungen verschickte >A.L.I.< (Antifaschistische Linke International) folgende Pressemeldung:
Am 17. November 1989 wurde die Antifaschistin Conny Wessmann in
Göttingen während eines Polizeieinsatzes in den fließenden Straßenverkehr
der Weender Landstraße gejagt und starb daraufhin. Anlässlich des 20.
Todestages erinnern FreundInnen und GenossInnen der jungen Antifaschistin
in den kommenden Wochen mit verschiedenen Veranstaltungen, einem
Konzert und einer Demonstration und einer Mahnwache an diesen politischen
Mord.
„Wir nennen den Tod unserer Genossin Conny einen politischen Mord,
weil das Einsatzkonzept der Polizei Verletzte und Tote billigend in Kauf
genommen hat“, erklärte eine Sprecherin der Antifaschistischen Linken
International A.L.I. Dem Tod der Antifaschistin vorausgegangen war 1989 eine
Auseiandersetzung zwischen Neonazis und autonomen Antifas in der Göttinger
Innenstadt. Mit dem Funkspruch „Wenn wir genung sind, sollten wir sie platt
machen“ und „Yo, ich bin dabei“ eröffneten Polizisten des berüchtigten Zivilen
Streifenkommandos ZSK die Jagd auf eine Gruppe AntifaschistInnen, zu der
auch Conny Wessmann gehörte. Kurz darauf starb die junge Frau auf der
Weender Landstraße in Höhe des Iduna Zentrums. Der Polizeieinsatz hatte
heftige Ausschreitungen und weitgehende Konsequenzen für das politische
Klima in Göttingen zur Folge.
Die Aktionen in Göttingen und anderen Städten der Bundesrepublik zum 20.
Todestag der Antifaschistin haben bereits am vergangenen Wochenende
begonnen. Handwerker und Künstler restaurierten am 30. und 31.10.2009 ein
4 x 6 Meter großes Wandgemälde am autonomen Kultur- und
Veranstaltungszentrum Rote Flora in Hamburg. Das Wandgemälde wurde im
November 1989 aus Solidarität angebracht und war in den letzten Jahren stark
verwittert. „Wir haben das Wandgemälde wieder hergestellt, um
antifaschistische Geschichte sichtbar zu machen“, erläuterte die A.L.ISprecherin
die Restaurierungsaktion in Hamburg.
Bilder und Hintergrundinformation werden am 17.11.2009 ab 18.00 Uhr
während der Ausstellung „Plakate, Wandgemälde, Streetart. Antifaschistische
Geschichte sichtbar machen!“ in der Alten Mensa am Wilhelmsplatz in
Göttingen zu sehen sein. Ab 19.00 Uhr findet danach eine Podiumsdiskussion
mit Zeitbeteiligten statt. Im Anschluss folgt gegen 21.30 Uhr ein gemeinsamer
Gang zur Todesstelle auf der Weender Landstraße, hier wird eine Mahnwache
abgehalten.
Schon am Wochenende vorher findet in Göttingen eine Demonstration unter
dem Titel „Kein Vergeben - Kein Vergessen!“ statt. Sie soll um 15 Uhr am
Markt/ Gänseliesel beginnen. Hierzu die Sprecherin der A.L.I.: „Wir unterstützen
die Demonstration als wichtigen und notwendigen Ausdruck
einer antfaschistischen Kultur und des Widerstandes. Wir laden dazu
ein, sich zu beteiligen, und rechnen mit einer ausdrucksstarken,
kämpferischen Demonstration“. Zur Demonstration wird überregional mobilisiert,
so finden in diesen Tagen Informationsveranstaltungen in Hamburg,
Bremen, Hannover und Berlin statt. „Wir fordern die Polizei auf, sich
angesichts des Anlasses der bevorstehenden Demonstration und
Mahnwache deutlich zurück zu halten. Alles andere wäre eine
unerträgliche Provokation“, merkte die Sprecherin der A.L.I. mit Blick auf
zurückliegende eskalierende Polizeikonzepte an.

DIE LINKE: Landesregierung begeht Wortbruch
1. Juli 2009
Hannover. DIE LINKE im Landtag hat den sofortigen Abschiebestopp von Roma in den Kosovo gefordert und der Landesregierung in diesem Zusammenhang Wortbruch vorgeworfen. Wie jetzt bekannt wurde, soll eine sechsköpfige Roma-Familie aus Göttingen nach 17 Jahren in Deutschland abgeschoben werden. Dabei habe die Landesregierung noch im März auf eine Anfrage der Linksfraktion erklärt, Niedersachsen werde auch weiterhin die von der Bundesregierung gegebene Zusage beachten und Angehörige der Volksgruppe Roma nur dann in die Republik Kosovo abschieben, wenn sie straffällig werden. „Die Landesregierung begeht damit eindeutigen Wortbruch“, sagte die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Pia Zimmermann. Sie forderte zum öffentlichen Protest gegen die geplante Ausweisung auf und kündigte eine Landtagsinitiative gegen die Abschiebung von Roma in den Kosovo an.
Die Antwort der Landesregierung auf die Anfrage der Linksfraktion zur Abschiebung von Roma in den Kosovo finden Sie unter:
http://www.landtag-niedersachsen.de/Drucksachen/Drucksachen_16_2500/1001-1500/16-1070.pdf
15. Juni 2009
DIE LINKE im Landtag unterstützt die bundesweiten Proteste gegen die Bildungspolitik, die heute ihren Auftakt hatten und mehrere tausend Menschen in niedersächsischen Städten mobilisiert haben. Besonders beeindruckend sei die heutige Besetzung des Universitätsgebäudes am Schneiderberg in Hannover durch mehr als 500 Demonstranten gewesen, wo bis zum Wochenende über Alternativen zur herrschenden Bildungspolitik informiert und diskutiert werden soll. Victor Perli, der hochschulpolitische Sprecher der Linksfraktion, sagte: „Es ist höchste Zeit für eine Kehrtwende in der Bildungspolitik. Schulen, Hochschulen und andere Bildungseinrichtungen sind chronisch unterfinanziert. Wir unterstützen diesen öffentlichkeitswirksamen Protest der jungen Generation“.
Der Bildungsstreik in dieser Woche offenbare die komplette Bandbreite der schlechten Bildungspolitik der Landesregierung. Deshalb verwundert es nicht, dass in Niedersachsen die meisten Demonstrationen angemeldet wurden. „Die Menschen in Niedersachsen machen sich beispielsweise Sorgen über die Unterrichtsversorgung und die frühe Selektion an den Schulen. Außerdem will die Mehrheit kein Turbo-Abitur – weder an den Gymnasien noch an den Gesamtschulen“, sagte Perli. Auch die Situation an den Universitäten werde immer dramatischer: Die Reformen der vergangenen Jahre hätten die Studier- und Arbeitssituation an den meisten Hochschulen weiter verschlechtert. „Exzellenz- statt Breitenförderung, Verschulung statt Freiräume für kreatives Denken und freies Studieren, Studiengebühren und Mittelkürzungen statt sozialer Gerechtigkeit beim Bildungszugang sind das Motto dieser Landesregierung“, kritisierte Perli.
Anlässlich des bundesweiten Bildungsstreiks hat die Fraktion DIE LINKE im Landtag eine Aktuelle Stunde zum Bildungsstreik in Niedersachsen beantragt.
Die Fraktion der LINKEN im Niedersächsischen Landtag solidarisiert sich voll und ganz mit den Anliegen der Streikenden in Göttingen und anderswo.
Sie hat einen Flyer "Bildung für alle!" herausgegeben, den Sie gern hier downloaden können:

4. Juni 2009
Göttingen. Die Katze ist aus dem Sack. Die SPD, immer schon Autofahrerpartei gewesen, will offenbar ein nicht nur verkehrstechnisch völlig unsinniges Projekt für die immense vorläufige Summe von 420.000 € planen lassen. Mit knapper Mehrheit, dennoch den bürgerlichen autofahrenden Wähler fest im Visier, sprach sich gestern Abend die Delegiertenversammlung der Göttinger SPD für die Planung der Südspange aus. Diese Umgehungsstraße zwischen Reinhäuser Landstraße (B 27) und Rosdorfer Südostumgehung würde einen noch fast unverbauten Erholungsraum des Leinetales durchschneiden.
Um die kritische Öffentlichkeit zu versöhnen, stellt der SPD-Oberbürgermeister Meyer die Sperrung des Sandweges und eine Aufwertung des Naherholungsgebietes am Kiessee in Aussicht. Diese Ankündigung betrachtet die Göttinger Linke als durchsichtiges politisches Manöver. Fakt ist: Nach dem Bau der Südspange wäre das Gelände südlich des Kiessees in seinem Wert als Naherholungsgebiet unbrauchbar.
Aber auch die Grünen versuchen hartnäckig sich ein Türchen offen zu lassen und eine Verbesserung des verbleibenden Erholungsraumes als Preis für eine mögliche Koalitionsdisziplin zu verkaufen. Dabei werden kaum Planungsmittel dafür ausgegeben.
„Ein unerträglicher und dabei typisch grüner Schlingerkurs.“, so Fraktionsvorsitzender Humke-Focks.
Der Verkehr würde bei Sperrung des Sandweges an der Wiesenstraße, der Lotzestraße, der Stettiner Straße / Danziger Straße deutlich zunehmen. Auch die Kiesseestraße hätte ein deutlich höheres Verkehrsaufkommen und besonders die Einflugschneise für die City, die Reinhäuser Landstraße (wo die meisten Befürworter leben) würde weiter unter Feinstaub und Lärm leiden, denn, so die Fraktion der GöLinken: „Die KfZ fahren nicht im luftleeren Raum, die Startpunkte und Ziele liegen in Wohn-, Geschäfts- und Gewerbevierteln innerhalb der Stadt und der Vororte.“
Die Verkehrsexperten verweisen dagegen in Zukunft für den Göttinger Süden sogar tendenziell auf insgesamt rückläufige Verkehrszahlen. „Was ist also der wahre Grund für die Verschwendung von fast einer halben Million Euro Steuergelder?“, so Humke-Focks und weiter: „Was nicht gesagt wird, ist, dass der ganze Entscheidungsprozess vollkommen offen ist und Fördermittel in beträchtlicher Höhe nur fließen, wenn 2010 Bauende ist.“ Das Risiko sei groß, die Realisierung fraglich. Und schließlich bliebe die Frage: „Woher soll das Geld kommen?“
Humke-Focks, der auch sozialpolitischer Sprecher der Landtagsfraktion der LINKEN ist: „Die Investition von mehreren Millionen Euro in massive Landschaftszerstörung ist nicht zu verantworten, zumal dieses Geld in anderen Bereichen, wie z. B. Kultur, Bildungs- und Sozialeinrichtungen dringender benötigt würde.“
Die Aussage von Oberbürgermeister Meyer, man könne die Straße bauen und trotzdem in den Öffentlichen Personennahverkehr investieren, hält die Göttinger Linke für fadenscheinig und unglaubwürdig.
Die Göttinger Linke steht in der Sache vollkommen auf der Seite der „Bürgerinitiative für den Göttinger Süden“. Sie wendet sich gegen die völlig irrsinnige Zerstörung der Natur und fordert - gerade vor dem Hintergrund des drohenden Klimakollapses - das Geld in bessere Radwegeverbindungen und den ÖPNV zu investieren.

Transparent "Tour de Catastrophe - 23 Jahre Tschernobyl - e.off" am Landtagsbüro der LINKEN
Atomkraftgegner haben am 26.4. in Göttingen gegen den Hauptsponsor des Radrennens "Tour d'Energie" demonstriert. Mit diversen Transparenten entlang der Zielgeraden wiesen sie auf den Tschernobyl-Jahrestag und die marktbeherrschende Rolle des Konzerns e.on im Atomenergiebereich hin.
"Den Termin einer von einem Atomkonzern gesponserten Großveranstaltung ausgerechnet auf den Jahrestag des Super-GAUs von Tschernobyl zu legen, ist nicht nur ausgesprochen geschmacklos, sondern vermutlich auch völlig gedankenlos - was vielleicht noch viel schlimmer ist," schimpft eine Aktivistin. "E.on beschmutzt mit dieser geheuchelten Imagekampagne den eigentlich umweltfreundlichen Radsport."
E.on ist mittlerweile der größte private Stromkonzern der Welt und expandiert weiter, auch auf dem osteuropäischen Markt. Somit unterstützt er auch den unverantwortlichen Weiterbetrieb zahlreicher Schrottreaktoren vom Typ Tschernobyl. Etwa die Hälfte des von e.on erzeugten Stroms kommt aus Atomkraftwerken. E.on ist auch Mitbetreiber des Pannen-Reaktors Krümmel, der wegen zahlreicher Störfälle seit langem vom Netz ist. Auch an den Göttinger Stadtwerken, dem 2. Hauptsponsor des Rennens, ist e.on mit 49% beteiligt.
Auch nicht in Göttingen! Nirgendwo!
Wieder wollen Neonazis in unserer Region aufmarschieren, um ihre faschistischen Ideen unter dem Deckmantel der National- Konservativen- Bewegung und einer „Deutsch- Russischen Friedensbewegung“, in deren Vorstand Thorsten Heise sitzt, verbreiten. (Thorsten Heise ist ein mehrfach verurteilter Neonazi der im Bundesvorstand der NPD ist.)
Wir lassen nicht zu, dass Faschismus in der Öffentlichkeit geduldet und anerkannt wird. Faschismus ist keine Meinung. Man kann darüber nicht gleichberechtigt wie mit anderen Ideen diskutieren.
Faschismus strebt eine totalitäre Diktatur an. Die Geschichte von 1933 über Krieg und Vernichtungslager, wie Auschwitz, bis zum bitteren Ende beweist, dass Faschismus gleich Verbrechen heißt.
Schiesserei in Göttingen, diverse Waffenfunde bei Neonazis, vielfältige Aktivitäten in fast allen Landkreisen der Region und nicht zuletzt der Angriff auf die DGB- Kolleginnen und Kollegen aus Hessen am Rande der Demonstration in Dresden belegen, dass der Weg in die Vergangenheit wieder beschritten werden soll.
Wir unterstützen den gemeinsamen Beschluss fast aller Fraktionen des Kreistages von Göttingen, der aufruft, die Veranstaltung zu verhindern.
Wir unterstützen das Friedländer Bündnis gegen Rechts!
Wir rufen ALLE MitbürgerInnen auf: Am Samstag, den 09. Mai 2009 in Friedland deutliche Zeichen für die Demokratie zu setzen!
Keine Naziaufmärsche hier und anderswo!
Quelle: http://www.patrick-humke-focks.de/politik/lokales/